Antifaschistisches Engagement im französischen Exil Bereits 1933 richtet
der Autor einen Aufruf zum Widerstand an die deutschen Schriftsteller:
’Lieber gleichgeschaltet als ausgeschaltet’, diese Haltung
lässt sich in seinen Augen vielleicht noch bei einem Bankier nachvollziehen,
jedoch nicht bei Deutschlands intellektueller Elite. Heinrich Mann resigniert
im Exil in Frankreich nicht, vielmehr sieht er die erzwungene Auswanderung
als Chance und Verpflichtung von dort aus in Form von Schriften –
wie beispielhaft die beiliegende Erstausgabe seiner Streitschrift Schule
der Emigration (1934) belegt - sowie im Rahmen der Deutschen Volksfront
aktiv und offen antifaschistisch zu wirken. Heinrich Manns Artikel im französischen Exil Die meisten der von Heinrich Mann im französischen Exil verfassten Texte wurden innerhalb kurzer Zeit nach ihrer Fertigstellung in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Ein Großteil dieser Texte erschien später in den Sammelbänden Der Haß (1933), Es kommt der Tag (1936) und Mut (1939). Die wichtigsten linksorientierten Zeitschriften in denen Mann in dieser Zeit wiederholt publizierte waren „Dépêche de Toulouse“, „Pariser Tageblatt“ und „Die neue Weltbühne“. Darüber hinaus nutzte der Schriftsteller das Medium der Tarnschriften sowie Flugblätter zur Verbreitung seiner Thesen.
Am 10. Mai 1934, ein
Jahr nach der in Deutschland von Hitler initiierten Bücherverbrennung,
wird in Paris die Deutsche Freiheitsbibliothek gegründet. Ihr Präsident
ist Heinrich Mann. Damit wird eine Institution ins Leben gerufen, welche
es sich zum Ziel gesetzt hat, den unzensierten Fortbestand der deutschen
Literatur zu sichern. Die Bibliothek setzt ein Signal, dass die Zensurbemühungen
des Regimes letztlich zum Scheitern bestimmt sind. |
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